Begriffe beim Bogenschießen

A  
Ablass (oder Abzug) Das Lösen der Sehne durch die Zughand nach dem Ankern. Der Pfeil wird dann von der Sehne in Richtung Bogen gezogen („Release“)
Ablassbewegung Die Zughand bewegt sich nach dem Ablass (Lösen) nach hinten zur Schulter.
Alu-Carbon-Schäfte Alu-Carbon auch Alu-Karbon oder Aluminium-Karbon-Schäfte, haben sich bezüglich Haltbarkeit, unter Wahrung der Präzision und minimaler Fertigungstoleranzen bewährt.
Anker oder auch
Ankerpunkt
Gemeint ist das Ankern der Zughand auf dem Ankerpunkt. Es ist ein bestimmter Punkt, meist im Gesicht des Bogenschützen, der beim Ziehen der Sehne bzw. Spannen des Bogens von der Zughand berührt wird. Diese Stelle
sollte exakt definiert sein, da nur so ein immer gleiches Schussbild entstehen kann.Es ist meist zum Mundwinkel.
Armschutz Leder oder Kunststoffteil zum Schutz des Unterarms gegen den Aufprall der Sehne. Desweiteren werden lose Kleidungsstücke an den Unterarm gedrückt. 
Auflage Stroh- oder Kunststoff-Zielscheiben werden je nach Bedarf mit einer FITA-, Feld- oder Tierbildauflage belegt, die mit Scheibennägeln befestigt werden. Die Auflagen bestehen aus faserverstärktem und/oder farbig bedrucktem Papier- oder einem Papier-Textil-Gemisch.
Auflegen Der Pfeil wird auf den Bogen aufgelegt und die Sehne, über die Nocke, eingeklemmt (Nocking).
Aufspannen Der Bogen wird gebogen (Bracing) und mit der Sehne in einer vorgespannten Lage fixiert. Das Aufspannen mittels einer Spannschnurr hat sich bewährt. 
Auszug Der Bogenschütze zieht mit drei Fingern die Sehne bis zum Erreichen des Ankerpunktes. Je nach Armlänge des Bogenschützen, fällt der Auszug unterschiedlich groß aus. Die Pfeillänge (Rohschaft) muss auf den Auszug des Bogenschützen abgestimmt sein. Fällt der Auszug zu gering aus, verändern sich die Flugeigen- schaften des Pfeils.
Auszugslänge Maß von der Bogenaussenseite bis zur Bogensehne beim Auszug. Bogen, Pfeillänge und Biegesteifigkeit des Pfeils müssen auf die Auszugslänge des Bogen- schützen abgestimmt sein.
B  
Backing Zusätzliches Material auf dem Bogenrücken zur Verstärkung und Schutz gegen Bruch. Verwendet werden können z.B. Hirschrohhaut, Leinen, Hanf, Tiersehnen oder auch eine andere Holzart.
Barrelled Barreled kommt aus dem englischen und steht für fassförmig. Ist der Pfeilschaft zu den Enden hin verjüngt ausgearbeitet ist er „barreled“ und somit auch erheblich leichter. Die Federn dienen zur Stabilisation des Pfeilfluges. Der Pfeilflug wird genauer, da sich der Pfeilmittelpunkt zur Spitze hin verlagert.
Bauch Bogeninnenseite, wird auch Bogenbauch genannt. Bogenseite, die dem Bogenschützen zugewandt ist. Holzbögen haben meist einen abgerundeten Bogenbauch zur Stabilität des Bogens.
Befiederung Pfeilbefiederung am Ende des Pfeilschaftes, meist aus Truthahnfedern hergestellt. Die Federn werden in einer bestimmten Anordnung (meist 120 Grad, Flu-Flu) mit
UHU Hart aufgeklebt.
Befiederungsgerät Gerät mit dessen Hilfe es möglich ist, die Federn exakt in Winkel und Position auf den Schaft zu kleben.
Bewegungsablauf
Das Zusammenspiel von Einzelbewegungen in einer immer wiederkehrenden Reihenfolge.
Birkenpech Früher wurde Klebstoff aus Birkenrinde hergestellt, das Birkenpech. Mittelalterliche Pfeile werden noch heute mit Birkenpech verklebt.
Blankbogen Bogen ohne Zieleinrichtung und ohne Zubehör.
Blunt Pfeilspitze in stumpfer Ausführung aus Metall oder Gummi. Ureinwohner verwenden Bluntspitzen aus Holz zur Vogeljagd. Für Kinderpfeile kommen zur Sicherheit Gummiblunt zum Einsatz.
Bogen Eine meist aus Holz hergestellte Waffe. Über die Bogensehne wird die gespeicherte Energie an den Pfeil weitergegeben. Im engl. als Bow bezeichnet. Bogen, der; Plur.: Bögen.
Bogenarm Arm, der den Bogen festhält. Im englischen als „Bow arm“ bezeichnet.

Bogenaußenseite / Bogenrücken Seite des Bogens, die beim Aufspannen gestreckt wird. Wird auch als Bogenrücken bezeichnet.
Bogenbauer Handwerker, der Bögen aus den unterschiedlichsten Materialien herstellt. Im englischen als „Bowyer“ bezeichnet.
Bogenbauerknoten Verstellbare Schlinge an einem Ende der Bogensehne. Wird auch als Zimmermannstek bezeichnet. Gerade beim Bogenbau ist es sehr hilfreich, die Sehne in der
Länge einrichten zu können.
Bogenhand/ -arm Hand, die den Bogen festhät. Beim Rechtshänder ist es die linke Hand, beim Linkshänder die rechte Hand.
Bogenfenster Aussparung am Bogen von unterhalb der Pfeilauflage bis ca. der Augehöhe des Schützen.
Bogenholz Holzarten, die zur Bogenherstellung verwendet werden. Hickory hat sich als sehr gutes Bogenholz (Bow wood) erwiesen und wird sehr gerne bei den Bogenbau- kursen verwendet, da es sehr bruchfest ist.
Bogenhülle Längliche Hülle aus Stoff, Leder, Filz etc. zum Aufbewahren des Bogens. Schützt den Bogen gegen Schmutz und übermäßige Sonneneinstrahlung. Unbedingt erforderlich für Bögen mit Fiberglasbelegung, um ein Lösen der Laminate durch z.B. Überhitzen zu vermeiden. Im englischen als „Bow case“ bezeichnet.
Bogenkraftlinie

Theoretische Kraftmitte des Bogens zwischen oberem und unteren Wurfarm.
Bogeninnenselte / Bogenbauch Die im aufgespannten Zustand gestauchte Seite. Die Innenseite zeigt zum Bogenschützen hin. Im englischen „Belly“ bezeichnet.
Bogenlänge Länge des Bogens, gemessen im gespannten Zustand bei richtiger Standhöhe (lt. Herstellerangaben). Gemessen wir von Nocke zu Nocke. Die Bogenlänge enstpricht somit der Sehnenlänge.
Bogenrohling Aus einem Spaltling grob herausgesägte Bogenvorstufe. Hickoryrohlinge werden aus handverlesenen Holzbohlen herausgearbeitet. Hickoryrohling eignen sich ideal für die Bogenbaukurse.
Bogenschießen Oberbegriff für das Schießen eines Pfeils mit einem Bogen
Bogenschuss Entfernung, die der Pfeil nach dem Lösen zurücklegt. Im englischen auch „Bow-shot“ genannt.
Bogenschütze Bogennutzer oder besser gesagt eine Person, die den Bogen zum Schießen gebraucht. Im englischen auch „Archer“ genannt.
Bogensehne Eine (neuzeitlich) aus Kunstfaser, meist Dacron, hergestellte und mit mehreren Strängen verflochtene Schnur (“Sehne”). Die Bogensehne überträgt die gespeicherte Energie auf den Pfeil.
Im englischen als „Bowstring“ bezeichnet.
Bogenwaage Mit einer Bogen-Waage wird das Zuggewicht in Lbs, entweder über eine Zugfeder ermittelt oder digital gemessen.
Bogner Bogenschütze
C  
Checker Werkzeug zur Prüfung und zum Einstellen der Standhöhe und des Nockpunktes. Die korrekte Standhöhe und Überhöhung des Nockpunktes müssen auf den Schützen eingestellt werden. Die Hersteller geben Richtwerte bekannt, diese dienen als Grundlage für die individuelle Einstellung.
Clout shooting Bogenschießen auf sehr weit entfernte Ziele. Der Bogen wird in einem bestimmten Winkel schräg nach oben aufgespannt. Der Pfeilflug erfolgt dann bogenförmig.
Compositebogen Ein Bogen, der aus verschiedenen Komponenten zusammengefügt ist. Die Bauart kann bis in die Antike zurück verfolgt werden. Schon damals wurden hoch feste Stoffe und elastische kombiniert, z.B. Holz, Horn und Haut oder Sehne.
Compound-Bogen Meist aus Aluminium, oder Stahl hergestellter, hoch technischer Bogen mit verschiedenen Zusatzeinrichtungen. Über Umlenkrollen wird wie bei einem Flaschen- zug der Auszug erleichtert.
Cresting Pfeilbemalung in ringförmiger Ausführung. Wird verwendet, um eine schöne Optik zu erhalten und zur besseren Unterscheidung zu anderen Pfeilen. Gibt dem Pfeil die persönliche Note. Für Turniere werden drei Pfeile mit z.B. unterschiedlicher Art und Anzahl von Bemalungen verwendet. Der Bogen- schütze erkennt sofort die Reihenfolge der Pfeile.
Crowndip Tauchverfahren zur Anbringung eines Farbauftrages.
D  
3-D-Schießen Das Schießen auf Dreidimensionale Ziele, meist Nachbildungen von Tieren.
3-D-Tiere / 3D-Tiere 3-D-Tiere sind Tier-Attrappen aus Spezialschaum. Das Material ist pfeilschonend.
Dacron Kunstfaser (Polyester) zur Bogensehnenherstellung mit guten Eigendämpfungseigenschaften. Je härter das Sehnenmaterial ist, desto mehr wird der Bogen belastet.
Dämpfer /Silencer Zur Geräuschdämpfung werden Fell-, Woll- oder Gummibüschel (Stücke) in die Bogensehne im Bereich der Nocken eingeflochten.
Daumenring Schutz für den Daumen, um den Ablass nach mongolischer (asiatischer) Art durchführen zu können. Bei den Persern auch “Sefin” genannt.
Deflex Krümmung des Bogens oder Teil der Wurfarme, zum Bogenschützen hin.
Deflex-Reflex Krümmung des Bogens bzw. der Wurfarme zum Bogenschützen und entgegengesetzt mit dem Ziel, die Pfeilgeschwindigkeit zu erhöhen und den Handschock zu reduzieren.
DFBV Abkürzung zum: Deutschen Feldbogensport Verband.
Dominantes Auge Jeder Mensch hat ein dominantes Auge, welches beim Bogenschießen den Zielvorgang stark beeinflußt. In der Regel ist es bei Rechtshänder das rechte Auge und bei Linkshänder das linke Auge. Besteht eine sogenannte “Kreuzdominanz” ist bei Rechtshändern das linke Auge und bei Linkshändern das rechte Auge dominant.
Druckpunkt Kontaktfläche zwischen Handinnenfläche und der Griffschale.


Druckpunktlinie Linie zwischen Druckpunkt und Handgelenk.
   
E  
Eingespleisst (Footing) Meist wird am Schaftende ein Stück Holz eingesetzt, dient zur Verbesserung der Optik und beeinflusst den Spinewert des Pfeils.
Einnocken Einstecken des Pfeils auf der Sehne.
Endlossehne Bogensehne wird aus einem einzigen langen Faden hergestellt. Der Faden wird auf einen Sehnengalgen in einer bestimmten Vorgehensweise mehr- fach gewickelt.
Epoxy Für hochfeste Verklebungen beim Bogenbau wird Epoxidharz-Kleber eingesetzt. Die Eigenschaften sind hochfeste und leicht fugenfüllende Verklebungen.
Eibe (Taxus baccata) Europäisches Nadelholz, durch seine Elastizität und Härte wird die Eibe seit der Steinzeit als eines der Besten Bogenhölzer verehrt.
F  
Facing Als Facing wird die Verstärkung der Bogeninnenseite bezeichnet.
Fade-out Der langsame Übergang vom Bogenmittelteil zu den Wurfarmen.
Fast Flight Kunstfaser zur Bogensehnenherstellung mit minimaler Eigendämpfung für schnelleren Pfeilflug. Je härter das Sehnenmaterial ist, desto mehr Energie wird in den Pfeil transportiert und der Bogen mehr belastet.
Feet (sing. foot) Längenmaß: Ein Fuß = 12 Zoll oder 304,8mm
Feldschießen Bedeutet das Bogenschiessen im Gelände auf unterschiedliche Ziele.
Feldspitze Besondere Spitzenform, die ein tiefes Eindringen des Pfeils in das Ziel verhindert und traditionelle Form der Pfeilspitze mit scharfen Kanten.
Fenster (Schussfenster) Bezeichnet man den Ausschnitt im Griffstück des Bogens. Je näher der Pfeil der Bogenmitte ist desto Steifer kann der Pfeil gewählt werden.
Fingerschutz In Form eines Handschuhs oder Tabs zum Schutz der Finger beim Aufziehen und Ablass.
Finish Endbehandlung z.B. des Bogens durch Auftragen von Öl, Wachs oder Lack zum Schutz gegen die Witterung und für eine schöne Optik.
FITA Bogensportverband mit internationaler Zuständigkeit für das olympische Bogenschiessen.
Flämische Spleiß (Sehne) Bogensehne aus mehreren (8-20) Strängen hergestellt mit gespleißten Sehnenöhrchen. Meist ist das Öhrchen für den unteren Wurfarm kleiner.
Flachbogen (Flat Bow) Flache Bogenform mit breiten Wurfarmen. Diese Formgebung ermöglicht eine kürzere Bauform im Vergleich zu dem klassischen Langbogen.
Fliegender Anker Kein Halten wie üblich sondern: Ziehen, Ankern, Lösen und Nachhalten erfolgen in einer Bewegung.
Flight shooting Bedeutet weites Bogenschießen und wird auch im Wettkampf betrieben.
Flu-Flu Pfeil, der mit besonders großen Federn ausgestattet ist. Oft werden auch 4-6 Federn aufgeklebt. Ziel ist es, einen Pfeil mit großer Bremswirkung für kurze Distanzen zu erhalten. Derartig präparierte Pfeile werden meist für die Vogeljagd verwendet.
Flugbahn (Trajectory) Je nach Bogenhaltung mehr oder weniger gekrümmte Flugbahn des Pfeiles. Durch das Einprägen der Flugbahn wird die Treffsicherheit erhöht.
Follow Through Internationaler Begriff für den gesamten Lösevorgang, inkl. des Nachhaltens.
Footing Im vorderen Drittel des Pfeilschaftes wird ein Hartholz eingespleisst.
fps, ft/s Abkürzung für die Abschussgeschwindigkeit des Pfeils, direkt nach Verlassen des Bogens. fps = feet per second (Fuß je Sekunde). Umrechnung: 100 fps sind ca. 110 km/h.
Furnier Dünne Streifen aus Holz oder auch Kunststoff zur Verklebung auf den Bogenrücken und/oder auf den Bogenbauch.
   
G  
Gipfelzuggewicht Die beim Spannen des Bogens zu überwindende Kraft wird als Gipfelzuggewicht (auch Zuggewicht) bezeichnet. Es wird in englischen Pfund angegeben (lbs.) und ist von zwei Faktoren abhängig:
1. Das Material und die Konstruktion der Wurfarme
2. Die Länge des Auszugs.
Glasfiber (besser Fiberglas) Aus Glasfaser und Epoxidharzen hergestelltes Material zur Verstärkung neuzeitlicher Bögen mit großem Wirkungsgrad. Wird als Backing (Bogenrücken) und Facing (Bogenbauch) verwendet und ist sehr belastbar.
Grain Grain steht für die englische Gewichtseinheit und wird handelsüblich beim Spitzengewicht angegeben.
100 grain = 6,47 Gramm.
Griff oder auch Griffstück (Grip) Mittelteil des Bogens zum Festhalten. Funktionell muss es passend zu den Wurfarmen gewählt werden.
Griffleder (Packing) Umwicklung des Bogengriffs, meist aus Leder, Kordel, etc.
Gruppierung/Gruppe Lage der Pfeile auf der Scheibe. Im Idealfall liegen alle Pfeile dicht beieinander, vorzugsweise im Gold.
H  
Hahnen-Feder (Cock-feather) Leitfeder oder Mittelfeder, die im eingenockten Zustand zum Schützen zeigt.
Handschock (Kick) Rückschlag nach dem Abschuss des Pfeiles. Spürbar im Griffbereich in Form eines Schlages, oder je nach Bogenkomfort nur ein leichtes Vibrieren.
Hanf Hanf wurde früher zur Sehnenherstellung eingesetzt und eignet sich hervorragend als Backing, oder Reperaturwicklung in Kombination mit Holzleim oder Epoxiharz.
Hartriegel (lateinisch Cornus) Schweres, hartes und zähes Pfeilmaterial.
Heft Im Schaft eingesetzter Teil der Pfeilspitze.
Holmegaard-Bogen Ältester Bogenfund in Europa aus Ulmenholz. Der Bogen ist mit einer ausgeprägten „Schulter“ in den Wurfarmen ausgeführt „Pyramidialer Wurfarm“.
Holzbogen Bogen, der nur aus einem Holzstück hergestellt wurde.
Hornnocke Insbesondere beim englischen Langbogen sind die Enden der Wurfarme mit aufgesetzten Hornnocken verstärkt.
Hunter-Runde Besonderes Turnier, bei dem auf 3D-Tiere und Tierbilder mit nur je einem Pfeil geschossen werden darf.
Hunting / Hunter Steht im Bogensport allgemein für die Jagd. In Deutschland ist das Jagen mit dem Bogen verboten.
I  
Inch Englische Maßeinheit für Zoll.
1 inch = 1 Zoll = 1" = 2,54 cm.
Insert / Inserts Einsatz für Spitzen- oder Nockbefestigung im Pfeilschaft.
Instinktives Bogenschiessen Bogenschießen aus dem Naturtrieb heraus, früher im Interesse der Selbst- und Arterhaltung.
Intuitives Bogenschiessen Das Unmittelbare, auf Reflexion beruhendes Erkennen, Erfassen eines Sachverhaltes oder eines Vorganges.
J  
Jagdbogen Meist ein etwas kürzerer Bogen, um sich im Gelände besser fortbewegen zu können.
Jahresringe Wachstumsringe im Holz, die sich jahreszeitlich unterscheiden.
Judo-Spitze Pfeilspitzen mit bestimmten Krallen, um das Eindringen in die Grasnarbe zu verhindern.
K  
Kerbstück Das Kerbstück, wird auch als Nocke bezeichnet.
Kernholz Ist der Holzbereich in der Mitte eines Baumstammes.
Kill-Zone Ist der Mittelbereich bei einer Tierscheibe oder eines 3D-Tieres, welcher einen Treffer mit höchster Wertung ergibt.
Kinderbögen / Jugendbögen Kinder- oder Jugend-Bögen sind für die kleinen Einsteiger nicht nur eine Wahl, sondern oft die einzig richtige Wahl. Das langsame Herantasten an das zu bewältigende Zuggewicht ist enorm wichtig, um den jungen Schützen nicht zu überanspruchen und die Freude am Bogensport zu wahren. Die Präzision der Einsteigerklasse sollte nicht unterschätzt werden.
Köcher Behälter zum Aufbewahren der Pfeile. Meist aus Leder, Fell oder Stoff hergestellt. Man unterscheidet zwischen Rücken und Seitenköcher.
Komposit-Bogen Bogentypen, die aus verschiedenen Materialien hergestellt sind. Überwiegend wird aber ein Bogen orientalisch-asiatischer Herkunft so benannt.
Kompressionsrisse Feine Haarrisse im Bereich des Bogenbauches. Diese entstehen durch erhöhte Druckbelastung.
Kyudo Meditatives Bogenschiessen als eine Art von Kunst. Der "Weg des Bogens" ( Kyu = Bogen, Do = Weg ) hat sich aus den Kriegskünsten der japanischen Ritter entwickelt. Im 16. Jahrhundert verdrängte die Einführung der Feuerwaffen allmählich den Bogen als Kriegswaffe, jedoch behielt er als ein Instrument für Jagd und Sport und vor allem als Mittel zur persönlichen Weiterentwicklung seine Bedeutung. In verschiedenen Lehrrichtungen sind Technik und Geistesschulung bis heute erhalten. Neben der besonderen Übungsmethodik ist vor allem der Bogen auffällig unterschiedlich gegenüber westlichen Sportbögen. So hat der asymmetrisch gegriffene Bogen z.B. keinerlei Zieleinrichtung oder Pfeilauflage, die Sehne wird mit dem Daumen gezogen und neben dem eigentlichen Schießen werden eine Reihe zeremonieller Bewegungsformen in der traditionellen Kleidung geübt.
L  
Laminierter Bogen Bogen mit verschiedenen verleimten oder auch verklebten Schichten von Holz oder Kunststoff.
Langbogen Bogen mit maximaler Länge, ohne Recurve. Im aufgespannten Zustand liegt die Bogensehne nicht auf den Wurfarmen auf. Ein Langbogen wird ohne technische Hilfsmittel geschossen wird. Seiner Wurfarme sind nicht geschwungen und er besitzt keine Recurves.
lbs Technische Abkürzung für das englische Pfund.
1 lb = 453,59 Gramm
Leerschuss Loslassen der Sehne ohne Pfeil. Die dabei freigesetzte Energie kann den Schützen verletzen und den Bogen beschädigen.
Legierung Mischmetalle, die hauptsächlich bei der Fertigung der Mittelstücke verwendet werden. (z.B. Aluminium-Magnesiumlegierung)
Leinen Wird noch heute als Backing bei der traditionellen Bogenherstellung verwendet. wurde oft als Sehnenmaterial eingesetzt.
Leitfeder Mittelfeder oder auch Hahnenfeder genannt. Diese steht immer im Winkel von 90 Grad zum Nockenschlitz. Gewöhnlich ist sie andersfarbig, damit sie sich von den weiteren Federn abhebt und der Schütze leichter einnocken kann.
LH Abkürzung für Linkshand.
Longbow Bezeichnung für Langbogen im englischen.
Lösen Ablass, Relaise. Loslassen der Sehne beim Schuss.
M  
Mediterraner Griff Üblicher Griff auf der Bogensehne mit drei Fingern. Beim Schießen wird die Sehne mit dem Zeigefinger, Mittel- und Ringfinger gezogen. Der Zeigefinger befindet sich oberhalb, die anderen Finger unterhalb des eingenockten Pfeils.
Mittelteil Bereich des Griffes zur Aufnahme der Wurfarme. rm
Mittelwicklung Fadenwicklung in der Mitte der Bogensehne zum Schutz vor Beschädigungen und Verschleiß.
Mittenschnitt Ausgeschnittenes Bogenfenster, damit die Sehne in den Bereich der Bogenmittellinie kommt. Verhilft zu einem besseren Schießverhalten.
   
N  
N.A.A. National Archery Association = Der FITA angeschlossener U.S. Bogensportverband.
Nachhalten Das Verharren des Bogenschützens nach dem Lösen der Sehne. Im Idealfall dauert das Nachhalten bis zum Einschlagen des Pfeils an. Ein Verreissen oder Verwackeln des Schusses wird vermieden.
Nockdreher Ein Werkzeug zum Einsetzen, Ausrichten und Entfernen der Nocken.
Nocke am Pfeil Einkerbung am Pfeilschaftende oder aufgeklebtes Kunststoffteil mit einer Sehnenkerbe zum Einnocken des Pfeils auf der Bogensehne.
Nocke am Bogen Ausgearbeitete Stelle am Ende der Wurfarme mit Nockkerben zur Aufnahme der Bogensehne.
Nockpunkt (Nocking point) Anschlag oder Markierung zum Einnocken des Pfeils auf der Bogensehne.
Nockwicklung Fadenwicklung unterhalb des Nockschlitzes um den Pfeilschaft. Dient zum Verhindern des Aufspaltens des Pfeilschaftes durch die Bogensehne.
Nochpunktzange Spezialzange zum Befestigen des Nockpunkts.
O  
Öhrchen Die Schlaufen an denen die Sehne am Bogen befestigt wird.
P  
Paradoxon Nach dem Lösen des Pfeils windet sich dieser um den Bogen herum. Je nach Auszugsstärke, Spinewert des Pfeilschafts, Pfeillänge und Bogenart fällt die Bewegung unterschiedlich stark aus. Ist der Pfeil zu steif, zieht dieser nach links, ist der Pfeil zu weich, biegt sich dieser zu weit nach rechts.
Parcours Wald- oder Wiesengrundstück mit mehreren Zielscheiben meist in Form von 3D-Tieren.
Pfeil Traditionell hergestellte Pfeile sind aus Holz (Holzschaft) mit Pfeilspitzen aus Stahl, Messing oder Aluminium. Die Befiederung wird in einer jeweils um 120 Grad versetzten Aufteilung aufgeklebt. Nocken können aufgeklebt oder in den Holzschaft eingearbeitet sein. Die Fadenwicklung am Befiederungsanfang schützt nicht nur die Hand und die Befiederung, sondern sieht auch noch sehr schön aus.
Pfeilauflage Auflagefläche für den Pfeil im z.B. Bogenfenster, meist mit einem kleinen Leder bestückt.
Pfeillänge Gemessen wird die Länge vom Boden des Nocks bis zum Ende des Schafts. Die Spitze wird nicht mitgemessen.
Pfeilschaft Pfeil ohne Nocke, Spitze und ohne Federn.
Pfeilspitze Spitzes Ende des Pfeils, kann mit einer Feuersteinspitze ausgeprägt sein oder aus Stahl, Messing oder Aluminium.
Pistolengriff Griffstück im Mittelbereich des Bogens. Das Griffstück kann der Bogenhand entsprechend ausgeformt sein.
Propellerholz Verdrehter Wuchs der Jahresringe in einem Baumstamm. Bogenrohlinge mit Drehwuchs bis max. 20 Grad können gerichtet werden.
   
R  
Recurves Speziell, vom Schützen weg geformtes Ende des Wurfarms, indem die meiste Energie gespeichert wird.
Recurvebogen Bogen mit nach vorne gebogenen Wurfarmen. Meist sind die Wurfarme im letzten Drittel stark entgegengesetzt gebogen. Die zwei zusätzlichen Bögen verhelfen zu einer zusätzlichen Pfeilbeschleunigung. Recurve-Bogen haben meist eine Deflex-Reflex Form (Deflex = Biegung vom Ziel weg). Die Sehne liegt im gespannten Zustand auf dem Wurfarm auf.
Reflex Wurfarme in gebogener Ausführung mit Biegung in Richtung Ziel.Sehne liegt im gespannten Zustand nicht auf dem Wurfarm.
Reiter-Bogen Ein Reiterbogen ist im Vergleich zu anderen Bogenarten sehr klein. Er wurde früher vorwiegend von berittenen Kriegern verwendet, daher der Name. Durch seine spezielle Formung steht er in der Schusskraft anderen Bögen um nichts nach, ist aber technisch schwerer zu schießen.
Restspannung Aufrechterhaltung der Körperspannung nach dem Lösen.
RH Kurzform für Rechtshand. Ein Rechtshandschütze hält den Bogen mit der linken Hand und zieht mit rechts.
Richtholz (Arrow straightener) Zum Richten von Pfeilschäften. Wurde früher aus Knochen, Holz oder Elfenbein hergestellt. Das Richtholz ist ein mittig gelochtes Hebelstück.
Rohschafttest Zur Ermittelung des richtigen Spine-Wertes. Dabei werden Pfeile ohne Befiederung in einem bestimmten Abstand geschossen.
Roving (Stump Shooting) Bogenschießen auf unbestimmte Ziele wie Blätter, Pilze, Baumstümpfe, dabei empfiehlt sich die Kralle (Jodopoint).
Rücken (Bogenrücken) Bogenseite, die in Richtung Ziel zeigt, also vom Bogenschützen weg.
Rückenspannung Öffnen des Brustbereiches unter Einsatz der Schultergürtel- und Schultergelenksmuskulatur.
S  
Schabhobel Werkzeug zum traditionellen Bogenbau. Kann auch mit Mehrfachklingen bestückt sein. Ideal für das Herausarbeiten des Bogenrückens.
Schaft (Pfeilschaft) Pfeil ohne Nock, Spitze und Federn. Rundmaterial, mit einem auf den Bogen abgestimmten Durchbiegeverhältnis (Spinewert). Durchmesser des Schaftes, Spinewert, Schaftlänge, Spitze, und Befiederung bestimmen die Qualität eine Pfeiles.
Scheibenauflage Scheiben werden je nach Bedarf mit einer FITA-, Feld- oder Tierbildauflage belegt die mit Scheibennägeln befestigt werden. Die Auflagen bestehen aus faserverstärktem und/oder farbig bedrucktem Papier- oder einem Papier-Textil-Gemisch.
Schießhandschuh Von traditionellen Schützen anstelle eines Tabs verwendeter, handschuhähnlicher Fingerschutz.
Schießlinie Ausgemessene Grundlinie, parallel zur Zielscheibe, von der aus geschossen wird.
Schießtechnik Methodik der Handhabung des Schießens, unter Umsetzung des idealen Bewegungsablaufs, in einem sich wiederholenden Muster.
Schusslinie Die geometrische Verbindungslinie in Schussrichtung zwischen Schütze und Ziel.
Sehne Siehe Bogensehne
Sehnenöhrchen Am Ende der Bogensehne angebrachte Schlaufen zum Einhängen in die Enden (Nocken) der Wurfarme.
Sehnenbrett (Sehnengalgen) Konstruktion zum Befestigen der einzelnen Sehnenstränge bei der Erstellung der Bogensehne.
Sehnengarn Synthetisches Garn, zur Herstellung von Sehnen.
Sehnenwachs Zur Pflege sollte ein Wachs, z.B. Bienenwachs zum Schutz gegen Feuchtigkeit verwendet werden.
Selfnocke Eine in das Pfeilschaftende eingearbeitete Nocke. Dazu wird die Kerbe in das Schaftende eingesägt, ggf. eine Einlage aus härterem Material eingesetzt, um das Aufspalten des Pfeilschaftes zu verhindern.
Shelf Pfeilauflage im Bogenfenster, mit Lederauflage versehen, zum Schutz des Bogens und der Pfeile.
Spannschnur Stück Schnurr oder Lederriemen zum Auf- und Abspannen des Bogens. Bögen mit sehr flachen Wurfarmen dürfen nur mit der Spannschnurr aufgespannt werden. Achtung! Wurfarme sind sehr schnell verdreht.
Spannungsaufbau Kontinuierliches und gleichmäßiges Ausziehen des Bogens, unter Berücksichtigung der Hebelverhältnisse und dem Einsatz der richtigen Muskulatur.
Spine (Spine-Wert) Der Spinewert gibt die Biegsteifigkeit (Durchbiegewert) des Pfeilschaftes an. Der Spinewert (lbs) steht im Verhältnis zur Auszugsstärke des Bogens und kann durch das Spitzengewicht beeinflusst werden.
Spine-Tester Messvorrichtung zur Feststellung der Biegesteifigkeit des Pfeils. Anhand des Spinewerts (in lbs) kann der Pfeilschaft ausgewählt werden.
Spitze Siehe Pfeilspitze
Spleissen Verbindungstechnik zum Fügen von Wurfarmen an das Mittelstück, Pfeilschäften etc. Die Klebeverbindung wird in der Regel mit Epoxidharz oder Propellerleim durchgeführt.
Splintholz Jahresringe im äusseren Bereich des Baumes. Das Splintholz liegt zwischen Kernholz und Bastschicht.
Stacking Starke Zunahme des Zuggewichts im Endbereich des Bogenauszugs.
Standebene Kontaktfläche der Füße zum Boden.
Standhöhe (Sehnenstand) Maß gemessen (Herstellerangabe beachten!) vom tiefsten Punkt im Griffbereich bis zur gespannten Bogensehne. Da es unterschiedliche Meßverfahren gibt, sollten die Herstellerangaben beachtet werden.
Stave Unbehandelter Bogenrohling aus Holz zur Herstellung eines Holzbogens.
String Follow Bleibende Krümmung bei einem Holzbogen, bis zu 7cm sind durchaus normal.
   
T  
Tab Fingerschutz in einfacher Ausführung aus Stoff, Fell oder Leder.
Take-down (teilbarer Bogen) Bogen mit der Möglichkeit zur Demontage. Folgende Konstruktionen sind bekannt: Wurfarme zum Abschrauben (take-down), Bogen aus zwei Teilen zum Zusammenstecken, Bogen mit speziellen Steckbolzen (teilbarer Bogen).
Tapered (tapered Pfeilschaft) Verjüngung am Pfeilschaft zur Nocke hin. Beim Bogen zu den Wurfarmen hin.
Tempern Verstärken der Wurfarme durch Feuer.
Tiller Biegeverhältnis der Wurfarme zueinander. Zeichnet sich im Biegeversuch durch die Formgebung der Wurfarme aus.
Tillerbrett (Tillervorrichtung) Vorrichtung aus Holz zum Aufspannen des Bogens (Bogenrohling) zur Überprüfung der Biegeform.
Tillern Langsames Heranarbeiten an die gewünschte Biegeform der Wurfarme (des Bogens).
Tips Wurfarmenden, meist verstärkt durch einen speziellen Kunststoff oder auch Hornmaterial.
Traditioneller Bogen Wird ohne zusätzlichen Zieleinrichtungen geschossen.
Trockenrisse Durch zu schnelle Trocknung hervorgerufene, in der Längsrichtung verlaufende Risse im Bogenrohling (Stave).
Trockenschuss Loslassen der Sehne ohne Pfeil. Die dabei freigesetzte Energie kann den Schützen verletzen und den Bogen beschädigen.
Tuning Feinabstimmung des Bogens, der Sehne und der Pfeile auf den Bogenschützen.
U  
Untergriff Auszug der Sehne unterhalb des Pfeils mit drei Fingern.
V  
Verreißen Schießfehler, hervorgerufen durch unsauberes Lösen oder Bewegungen des Bogenarmes während des Lösens.
Vorhalte-Methode Auszug mit vorhergehender Ausrichtung des Pfeils zum Ziel.
Vorschaft (Foreshaft) Eingesetztes Holzstück im vorderen Bereich des Pfeils (Vorschaft). Besonders geeignet sind Hartholz, Knochen oder Geweihstücke.
W  
Wickelgarn Synthetisches Wickel-Garn, zur Verstärkung der Sehnenöhrchen und der Mittenwicklung.
Wurfarm Der beim Auszug gebogene Teil des Bogens.
Wurfkraft Die, durch den Widerstand der Wurfarme und der aufgebauten Auszugslänge sich ergebene Energie, abzüglich des Wirkungsgradverlustes.
Y  
Yard Ein yard entspricht ca. 0,91 Meter.
Yew Steht im englischen für Eibe.
   
Z  
Zentrum Scheibenmittelpunkt, auch X genannt.
Ziehklinge Blechwerkzeug mit einem Grat zur feinen Spanabhebung. Besonders geeignet um Feinarbeiten (Tillervorgang) durchzuführen.
Zielscheibe (Target) Medium zur Übung mit Pfeil und Bogen. Verwendet werden gerne Strohscheiben, Hartschaumscheiben etc.
Zoll 1 inch = 1 Zoll = 1" = 2,54 cm.
Zugebene Die Höhe, auf der sich der Zugarm befindet und sich bewegt, wenn gelöst wird.
Zugfinger Bei unversehrten Schützen sind das Zeige-, Mittel-, und Ringfinger der Zughand, die die Sehne umfassen.
Zuggewicht Zugkraft, die benötigt wird, den Bogen bei einer bestimmten Auszugslänge zu spannen. Gemessen in Pound (englische Pfund = 454 Gramm). Das
Zuggewicht kann mit einer Federwaage gemessen werden. Technische Abkürzung für Pound = lbs.
Zughand Hand zum Auszug des Bogens.
Zugmesser Wird im handwerklichen Sinne auch „Schneidmesser“ oder „Ziehmesser“ genannt. Eignet sich hervorragend zum groben Bearbeiten des Bogenrückens.
Zugwaage Zur Messung des Zuggewichtes (siehe Zuggewicht).